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Petra- Bier
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Während die ganze Welt im Dezember Weihnachten feiert, wird das Thema Nächstenliebe überall groß geschrieben. Doch was passiert danach? FRIZZmag hat eine Frau getroffen, deren Nächstenliebe seit Kindesbeinen an unendliche Kreise zieht und sie wohl ihr ganzes Leben begleiten wird. Zu tief sitzt Petra Biers Mitgefühl für Wohnungslose und bedürftige Menschen. Seit mehr als 20 Jahren kümmert sie sich nun schon ehrenamtlich um Jugendliche aus sozial schwachen Familien. Seit fünf Jahren legt sie ihren Fokus auf die Unterstützung von obdachlosen und bedürftigen Menschen, unter anderem in Kooperation mit der Obdachlosenhilfe Darmstadt. 2023 hat sie ihren eigenen Verein »Aus der Not Darmstadt e.V.« gegründet und sammelt, seitdem sie die gemeinnützige Anerkennung im April 2025 erhalten hat, Sach- sowie Geldspenden für Wohnungslose und wirbt für Mitgliedschaften. Und auch, wenn sie unabhängig von den sozialen Einrichtungen in Darmstadt arbeitet, erfährt sie viel Unterstützung durch Nicole Frölich, Bereichsleiterin bei der regionalen Diakonie Darmstadt-Dieburg. Durch die gute Zusammenarbeit gelingt es Petra, obdachlose Menschen in Einrichtungen, wie beispielsweise der Z14, unterzubringen. Und auch die Lilien mit ihrer alljährlichen Übernachtungsaktion im Stadion am Böllenfalltor fördern Petras soziales Engagement, bei der sie im Dezember 2025 einen Vortrag hielt. Petra Bier sieht genau hin und nicht weg wie viele andere Menschen. Sie sieht sich offene Wunden an, um die sich ihre Schwester Gaby Korndörfer, die gleichzeitig Krankenschwester ist, ehrenamtlich kümmert. Sie hört hilfebedürftigen Menschen zu jeder Zeit zu, ist immer erreichbar und ganz nah am Geschehen dran. Sie verteilt mit ihrem Privatauto Lebensmittelspenden, kocht selbst Suppen, deren Zutaten sie aus eigener Tasche finanziert, bringt den Wohnungslosen Kleidung, Hygieneartikel, Schlafsäcke und Gaskocher, fährt sie zur Entgiftung oder zur Therapie, macht Behördengänge – ihre humanitäre To-Do-Liste ist endlos. So endlos wie ihre Empathie und Nächstenliebe eben. Petra ist somit die erste Anlaufstelle, bevor sie wohnungslose Menschen weitervermittelt – insofern diese das möchten. »Denn letzten Endes entscheiden die Bedürftigen immer noch selbst, ob sie in eine der Notunterkünften, wie die Teestube, das Männerwohnheim Z14, das Frauenwohnheim Liv, das MuKis für alleinstehende, wohnungslose Müttern mit Kindern oder im betreuten Wohnen in Darmstadt untergebracht werden möchten«. Die Schicksale der Menschen gehen Petra immer noch sehr nah, auch wenn sie nach all den Jahren ihres selbstlosen Einsatzes zum Selbstschutz lernen musste, eine gewisse professionelle Distanz aufzubauen: »Also die ersten zwei Jahre, muss ich ganz ehrlich sagen, habe ich sehr viel geheult. All diese Schicksale ganz nah mitzuerleben, war hart. Wenn du daran nicht selbst kaputt gehen möchtest, musst du lernen, mit der Zeit umzudenken. Denn es sterben ja auch so unglaublich viele Menschen auf der Straße, denen du ganz nah standest. Ich versuche jedoch heute, das Positive hervorzuheben und mir selbst zu sagen: Was hast du alles für den Menschen gemacht? Im Prinzip hast du ihm in einer schwierigen Zeit geholfen, sein Leben so angenehm wie möglich zu gestalten und warst bei ihm, damit er nicht alleine ist. Du hast viel mit ihm über seine Familie und Sorgen gesprochen, hast zugehört, Tipps gegeben, Hilfe angeboten. Nur so kann ich all die Schicksale verarbeiten«. Danke, dass es dich gibt, Petra! Aus der Not Darmstadt e.V., Am Sandacker 14, Darmstadt E-Mail: info@aus-der-not-darmstadt.org WEBSEITE
Spendenkonto Bank: Deutsche Skatbank Kontoinhaber: Aus der Not Darmstadt e.V. IBAN: DE30 8306 5408 0005 4093 90 BIC: GENODEF1SLR
