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Annette Hempel
Es gibt Freundinnen und Freunde, beste Freund:innen und Bekannte, und dann gibt es Menschen, die man ab und zu mal sieht oder auch nicht. Manchmal teilen Leute ein Hobby, eine Leidenschaft, einen Lebensabschnitt oder auch eine Einkaufsvorliebe: Ich zum Beispiel gehe gerne und so oft ich kann auf den Bessunger Markt, weil dieser zu einer mir passenden Uhrzeit stattfindet und ich so meinen Wochenabschluss besonders angenehm einleiten kann. Dort treffe ich Menschen, die ich vom Sehen kenne, andere, deren Namen mir geläufig sind, und die #BessungerMarktUltras: Ein kleines Grüppchen Leute, die sich untereinander eigentlich über ihre Leidenschaft für den SV Darmstadt 98 kennen und zu denen ich über Umwege gestoßen bin. Zunächst kannte ich diese Menschen nur über Social Media, wir schreiben immer mal wieder miteinander und nehmen Anteil am Leben des/der anderen - Freude und Leid sind gleichermaßen vertreten. Dieses Frühjahr begann es dann, dass aus dem „wir kennen uns virtuell“ auch ein „wir wollen uns mal in die Augen schauen“ werden sollte, und wir verabredeten uns für einen Plausch bei Kaffee und Nusseckchen auf dem Markt. Eine Beteiligte fügte rasch noch oben genannten Hashtag hinzu und schwupp waren die BessungerMarktUltras geboren. Und jetzt fragt eigentlich jede Woche eine/einer, wer wann da sein wird oder auch nicht. Es ist wie ein kleiner Zauber: unverbindliche Verbundenheit! Wir nehmen Anteil aneinander und schenken uns gegenseitig ein Ohr für die Schwierigkeiten, Freuden und Belanglosigkeiten des Lebens und es ist ok, nicht dabei zu sein: Wer da ist, gehört dazu – wer nicht da ist, schaut nächste Woche wieder vorbei. Niemand nimmt es krumm, wenn eine/einer es – trotz Ankündigung – dann doch nicht schafft und die Frage wie es dem Gegenüber geht, ist immer ernst gemeint. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die für Sie angemessene Verbundenheit hier, da oder dort finden können und sich ebenso aufgehoben fühlen, wie ich mich freitags fühle.
