©Privat
Annette Hempel
Der Anfang des neuen Jahres ist geschafft. In der Regel liegt viel Energie in einem Neuanfang – Jahresbeginn oder generell. Jetzt kommt die Zeit, das, was Sie sich vorgenommen haben, in eine funktionierende Routine zu überführen. Denn während der Januar fragt: „Was will ich?“, fragt der Februar: „Was bleibt davon?“. Nicht aus Skepsis, sondern aus Realitätssinn. Routinen werden oft missverstanden. Sie gelten als das Gegenteil von Lebendigkeit. Als etwas Starres, Unromantisches. Doch Routinen können entlasten. Sie nehmen Entscheidungen ab, wo keine nötig sind, und schaffen Raum für das, was nicht planbar ist. Eine gute Routine fühlt sich wie ein Geländer an - und genau darum geht es beim „Auf Kurs bleiben“. Es zeigt sich nun, ob eine Idee tragfähig ist und ob sie in den Alltag passt. Es geht weniger um Motivation als vielmehr um Rhythmus. Weniger um Ziele, eher um Wege, die auch an grauen Tagen gangbar bleiben – am leichtesten mit Geländer! Der Februar erinnert uns daran, dass Leichtigkeit nicht immer aus Freiheit entsteht, sondern manchmal aus Verlässlichkeit. Aus dem Wissen: Ich muss mich heute nicht neu erfinden. Es reicht, da zu sein und weiterzugehen – Schritt für Schritt. Diese Form des Auf-Kurs-Bleibens hat nichts mit Selbstoptimierung zu tun. Es geht nicht um „besser funktionieren“, sondern um eine Balance zwischen einem energetischen Beginn und der Realität eines Alltags, der weiterläuft und sowohl Termine als auch Verpflichtungen kennt. Und der trotzdem Spielräume aufweist. Vielleicht ist Auf-Kurs-Bleiben genau das: Mit dem arbeiten, was gerade da ist. Mit mehr Vertrauen in kleine Wiederholungen. Wer jetzt dranbleibt, ohne sich zu verhärten, wer Routinen übt, ohne sich darin zu verlieren, wer Leichtigkeit nicht erwartet, sondern zulässt, wo sie möglich ist, der baut etwas auf, das über den Jahresanfang hinaus trägt. Ich wünsche Ihnen fröhliche Gelassenheit für Kurskorrekturen und die nötige Beweglichkeit, den Kurs zu halten.
