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Annette Hempel
„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“ (Søren Kierkegaard) Wir vergleichen uns hier, da und dort und gefühlt mehr als früher: Mit Menschen in ähnlicher Lebenssituation, was uns Orientierung und ein realistisches Selbstbild gibt. Mit Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns. Und vor allem – und das ist eben das, was uns nicht gut tut – mit Menschen, denen es vermeintlich deutlich besser geht als uns. Dies beginnt schon in der Schule, wo Noten zur Konkurrenz auffordern und Vergleichen zum System gehört. Menschen beginnen ihren eigenen Wert an den erteilten Noten auszurichten und sich die Frage zu stellen, ob sie als Mensch überhaupt gut genug sind. Dies als erwachsener Mensch kritisch zu hinterfragen oder gar abzulegen, fällt schwer. Kennen Sie das? Sie kommen entspannt und zufrieden aus dem Urlaub nach Hause – bis Sie die Fotos einer Freundin sehen, die gerade auf den Malediven war. Oder Sie freuen sich über Ihren neuen Job, bis ein Bekannter beiläufig erwähnt, was er verdient. Oder Sie genießen Ihr Zuhause, bis Sie durch die Wohnung einer anderen Person betreten. Oder denken Sie an die „Plastikwelt“ von Instagram. Dort finden Sie viele perfekte und erfolgreiche Menschen, die es scheinbar besser getroffen haben als Sie selbst. Plötzlich ist das, was eben noch gut war, irgendwie weniger, obwohl sich an der Realität nichts geändert hat – nur Ihr Blick darauf hat sich verändert. Und hier beginnt dann die Unzufriedenheit, das eigene Glück ist auf und davon. Doch was kann da helfen? Machen Sie sich klar, dass alles, was Sie sehen, hören und lesen nur eine Facette, ein Ausschnitt aus dem Leben der anderen ist. Den „Dreck“ unterm Teppich wird keiner vorzeigen. Wechseln Sie mal die Perspektive: Würde sich Ihr 7-jähriges Ich über das, was Sie haben, freuen und damit glücklich und stolz sein? Oder wenn Sie die Zukunft imaginieren: Wäre Ihr 90-jähriges Ich glücklich mit dem, was Sie aus Ihrem Leben gemacht haben? Wenn Sie das bejahen können, dann können Sie frohen Herzens glücklich sein. Das ist Ihr ganz eigener Maßstab – und der einzige, der wirklich zählt. Ich wünsche Ihnen offene Augen für Ihr eigenes Glück: Denn Glück ist kein Wettbewerb – und Zufriedenheit auch nicht.
