Das Kleine Haus des Staatstheaters Darmstadt wurde nach einer viereinhalbjährigen Sanierung wiedereröffnet. In der neuen Spielzeit zeigen renommierte Regisseur:innen und junge Newcomer Thriller und Melodramen und erschaffen starke Emotionen. Mit hervorragender Akustik und modernster Bühnentechnik steht das Kleine Haus für das „Theater der Zukunft“. Die neuen Sitze strahlen in Lila. „Die Farbe Lila steht in der Populärkultur für den Traum und appelliert an das Unterbewusste in uns“, sagt Schauspieldirektor Alexander Kohlmann. Das passt zu den aktuellen Produktionen. Die Regisseur:innen Anna Bergmann und Philipp Preuss thematisieren das Unterbewusste mit Ton, Sound, Bühnenbild und dem Ensemble in besonderer Kunstform. Beide waren beim Berliner Theatertreffen, gerne „Oscar des Theaters“ genannt. Auf die Bühne kommen Stoffe, die Leidenschaften, Sehnsüchte und innere Konflikte ansprechen. Zudem zeigen sie die technischen Möglichkeiten des neu sanierten Kleinen Hauses. „Sturmhöhe“ von Emily Brontë – gilt als Klassiker der Schauerliteratur. Regisseurin Anna Bergmann widmet sich den Abgründen der menschlichen Seele und sucht nach ihren Ursprüngen – auch in gesellschaftlichen Strukturen. Dabei versetzt sie uns auch in die 1980er. Mit „Der Kirschgarten“ von Anton Tschechow eröffnet Regisseur Philipp Preuss ab Februar einen faszinierenden Blick in das Innenleben der Figuren. Die englische Komödie „Seid nett zu Mr. Sloane“ – Teil zwei der Joe Orton-Trilogie in der Regie von Marlon Tarnow – führt uns in eine Welt zwischen Horror und Humor, in der bürgerliche Fassaden bröckeln. Bei „No Signal“ von Tjörvi Lederer (Uraufführung in den Kammerspielen) wird das Publikum Teil der Inszenierung: Was geschieht, wenn die Dunkelheit endet? „Wir sind Teil der Populärkultur“, sagt Kohlmann. Mit den Stücken werden Grenzüberschreitungen gesucht – zwischen Genres und Gattungen. „Theater soll selbstverständlicher Teil der Medienlandschaft sein – wie ein vieldiskutierter Film oder eine originelle Netflix-Serie“. WEBSEITE
©-Lara Roßmann
„Wir sind Teil der Populärkultur“
Aufregendes Schauspiel am Staatstheater
