Man könnte ihn selbst als multifunktionales Bro-dukt bezeichnen. Denn Ruben Löbbert ist der kreativste Kumpel und zugleich zuverlässigste Businesspartner, den man sich vorstellen kann. Der Industriedesigner hat viele Gesichter, ist also extrem Face-cettenreich: Ruben hat eine Schreiner-Lehre gemacht, an der h_da am Fachbereich Gestaltung studiert, ist seit 30 Jahren auf dem Skateboard unterwegs und hat aus seiner Liebe zum Skaten heraus vor 15 Jahren den Skateplaza (KC Plaza) im Bürgerpark initiiert, der bis heute ein wichtiger Ort für die Skateszene in Darmstadt ist. In der Vergangenheit hat er schon viele coole Foodevent-Konzepte wie die „PTZN“-Reihe aus dem Boden gestampft und in der städtischen Kulturszene unterschiedliche Formate nach vorne gepusht. Und weil er so viel zu erzählen hat, ist »mal kurz mit Ruben schnacken« nahezu unmöglich. Er ist ein wahrer Networkaholicer, eine der sympathischen Labertaschen der Stadt, ohne den Leuten dabei auf den Geist zu gehen. Im Gegenteil, die Gespräche mit Ruben fließen einfach. Sie sind geistreich und sie sprudeln vor Kreativität über, ungefähr so wie bei einer Cola-Mentos-Fontäne. So habe ich es zumindest im Interview nach vielen Jahren des Nicht-Sehens wieder erlebt. Ruben und ich kennen uns jetzt auch schon über 13 Jahre. In all der Zeit hat er sich kaum verändert. Ruben war schon immer ein Macher. Man kann Ideen nämlich auch kaputt denken. Und das ist so Null Rubens Stil. Anpacken und umsetzen, das beschreibt den ausgebildeten Designer viel besser. So könnte man sagen, Ruben hat sein Leben selbst enorm vielseitig gestaltet. Er erfindet sich immer wieder neu. Ohne dabei seinen Kerncharakter zu verlieren. Ein witziger Sympathisant, durch und durch. Auf der anderen Seite höchst professionell, diszipliniert und strukturiert. Nach seiner Schreiner-Ausbildung in Darmstadt ging er für zwei Jahre nach München, wo er von 2004 bis 2006 eine Akademie für Gestaltung besuchte und direkt im Anschluss ein Praktikum in einem Innenarchitekturbüro absolvierte. Danach kehrte er in seine Heimat Darmstadt zurück, um an der h_da Gestaltung mit dem Schwerpunkt Industriedesign zu studieren. Ende 2012 machte sich der Diplom-Designer mit einer Freundin, heute »Business-Ehefrau« wie er selbst sagt, Annika Jung (Dipl.-Ing. Innenarchitektur) selbstständig. Seitdem sind die beiden ein eingespieltes Team in Sachen Innenarchitektur. Ort der Gründung war kein geringerer als die Goldene Krone. Bei einem Bierchen kam ihnen die Idee, »why the friday« zu gründen und - anfangs noch zu dritt - ins kalte Founder-Wasser zu springen. Denn kurzzeitig war noch Pascal Schöller, der Gründer von »Mathilda Longboards«, mit im »why the friday« Boot. Dieser Sprung war dann der Beginn einer Erfolgsgeschichte, wie sie schöner im Bilderbuch nicht stehen könnte. »Wir wussten anfangs beide gar nicht, was der andere eigentlich kann, da wir bis dahin nie ein Projekt zusammen gemacht hatten. Also so nach dem Motto, wer ist besonders gut in diesem oder jenem Bereich. Sondern das war einfach so ein Gefühl bei einem Bier in der Krone. Wir saßen da halt als Freelancer einfach zusammen und haben rumgesponnen: Ey komm, wir machen was eigenes. Lass uns ein Büro gründen. Und dann weiter: Okay, was brauchen wir dafür? So entstand why the friday aus dem Nichts. Wir haben einfach gesagt, wir machen das jetzt! Und dann haben wir es ziemlich schnell umgesetzt«, erzählt Ruben. Und auch hinter der Namensgebung steckt eine Geschichte: »Wir haben uns immer freitags getroffen, um zu besprechen, wie es weiter geht. Bei der Namensgebung ging es darum, dass wir nicht einfach „Innenarchitektur und Design xy“ heißen wollten. Wir wollten irgendwie was anderes und damit bewusst auffallen. Und irgendwann hat einer von uns gefragt: Warum treffen wir uns eigentlich immer freitags? Und dann war zack das Naming da – why the friday? Die Abkürzung wtf, mit der wir heute viel spielen, war uns damals gar nicht so bewusst. Eine Bekannte kam damals noch zufällig auf die Idee, why not?! dranzuhängen. Das fanden wir mega gut und haben ihn im vergangenen Jahr dann auch als Namen für unser zweites Studio - why not studio - wieder aufleben lassen. Nachdem wir uns einen Namen gegeben hatten, ist es Anfang 2013 dann so langsam losgegangen mit den ersten kleinen Projekten. Das hat sich dann im Bekanntenkreis relativ schnell rumgesprochen. Wir waren halt auch laut und haben viele Parties am Anfang veranstaltet und Face-to-Face-Networking gemacht. Wir haben zum Beispiel zwei Events im CHEZ gemacht, die hießen dann immer was mit Gönnung, Weihnachtsgönnung, etc. und haben Waffeln und Bier ausgegeben. Im Collins, dort wo heute das OX in der Mauerstraße ist, haben wir mal eine Weihnachtsmarktbude aufgebaut. Das kam auch super gut an«, erinnert sich Ruben an die guden, alten Zeiten. Von da an dauerte es nicht lange, bis die großen Projekte an die »why the friday«-Tür klopften: 2014 gestalteten und bauten Annika und Ruben das Interieur des CHEZ, 2016 das Asphaltgold, weiter ging’s Richtung Woodberg und Grohe. So zieht sich die gestalterische Linie ihres Studios durch die Schulstraße und noch viel weiter durch Darmstadt. Denn auch die Nistkästen am TU Darmstadt Klinkergebäude (Hans-Busch-Institut) stammen aus der Design-Feder von »why the friday«. Heute sind die beiden in unterschiedlichsten Branchen im Rhein-Main-Gebiet unterwegs und haben Zahnarztpraxen, Office-Flächen, ein Sanitätshaus und vieles mehr gestaltet. Seine Inspiration holt sich Ruben übrigens beim Reisen. Dort inhaliert er beim Bergsport nicht nur die frische Luft der Berge ein, sondern sammelt auch die kulturellen Eindrücke beim Essengehen, bei Kunstausstellungen oder einfach nur beim Schnacken mit den Locals. Das Reisen sei aber auch wichtig, um einfach mal abzuschalten zu können. FRIZZmag ist gespannt, welche Ideen Ruben das nächste Mal als Souvenir von seinen Reisen mitbringt und mit welchen Projekten »why the friday« Darmstadt in Zukunft noch bereichern wird.
why the friday, Arheilger Straße 46, Darmstadt Tel.: 06151 / 669 30 80, E-Mail Kontakt WEBSEITE
