Vor rund zehn Jahren machte sich Jakob Schoen mit der Gründung von »Jugend rettet« für über 23.000 Flüchtlinge im Mittelmeerraum stark und schenkte ihnen ein zweites Leben. Der gebürtige Berliner sammelte 2015 mit seinem zehnköpfigen Team rund 1,5 Millionen Euro Spendengelder, um ein eigenes Rettungsboot, die IUVENTA, zu kaufen. Mit dem Einsatz der IUVENTA erlangte »Jugend rettet« internationale Aufmerksamkeit und setzte ein nachhaltiges Zeichen in der Flüchtlingspolitik. 2020 wurde die Seenotretter-Crew mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty International ausgezeichnet. Und diese herzerwärmende Geschichte nach wahren Begebenheiten wird nun verfilmt. Erscheinen soll der Spielfilm im Frühjahr 2026. Ein Screening in Darmstadt wird ebenfalls überlegt. Filmreif ist auch Jakobs neues Herzensprojekt: Mit seiner 2024 gegründeten Organisation »Youth Matters« möchte er bis 2028 sechs EHRENORTE für junge Menschen ab 16 Jahren in ganz Deutschland aufbauen. Die philanthropische Idee dahinter: Die offenen Räume sollen als soziale Treffpunkte dienen, um Community zu schaffen, Austausch zu ermöglichen und die junge Generation für Engagement bzw. Ehrenamt zu gewinnen. Ein weiterer positiver Effekt: Cafés oder leerstehende Geschäfte werden gleichzeitig vor Ort neu belebt, so die Vision von »Youth Matters«. Ohne Anmeldung, ohne Hürden, ohne Aufnahmekriterien – alle Menschen sind an den EHRENORTEN herzlich willkommen. Einbringen kann man sich frei nach Belieben. Wie viele Stunden man sich im Monat engagieren möchte, bleibt der Community selbst überlassen. So verkörpern EHRENORTE zwar eine gemeinschaftliche Haltung, funktionieren jedoch komplett unabhängig und losgelöst von Vereinen, Parteien und der Kirche. »Wir bauen auf diverse Kooperationen, ergänzen bestehende Formate und schaffen Räume, in denen junge Menschen gesehen werden und die sie selbst gestalten können«, verrät Jakob. Doch, wie kann man sich einen solchen EHRENORT vorstellen? »Jemand legt auf, es gibt Talks, Essen, Workshops – mit Youth Matters schaffen wir Raum zum Denken und zum Mitmachen. Wer will, packt mit an – ob im Viertel helfen, die eigene Idee umsetzen oder sich einem bestehenden Projekt von etablierten, lokalen Organisationen anschließen, die händeringend nach Nachwuchs suchen. Jeder EHRENORT ist ein Katalysator für Community und zeigt, Engagement ist Zukunft und nicht altmodisch«, blickt Jakob freudig in die Zukunft. Finanziell tragen soll sich das Projekt durch die drei Säulen Förderung, Sponsoring und Cafébetrieb-Einnahmen. »Kern von Youth Matters ist, zwei brennende Themen unserer Zeit anzugehen: Wir möchten mit unseren EHRENORTEN der Vereinsamung, unter der zunehmend junge Menschen leiden, entgegenwirken, indem wir das Gemeinschaftsgefühl stärken. Längerfristiges Ziel ist es, sich wieder offline, beispielsweise in Cafés, zu treffen und sich für sein soziales Umfeld zu engagieren«, erklärt Jakob. Sich ehrenamtlich einzusetzen, kann das Leben auf vielen Ebenen bereichern. Das hat Jakob Schoen selbst in seiner Kindheit erfahren und möchte nun andere junge Menschen dazu motivieren, sich in der Community für andere einzusetzen. »Es gibt einem so viel, wenn man sich für andere Menschen engagiert«, erinnert sich der studierte Betriebswirt, der bereits als Schulkind ehrenamtlich in einem Altersheim als Vorleser aushalf. Diese Erfahrung hat den Stein offensichtlich ins Rollen gebracht. Denn rund zehn Jahre später gründet Jakob »Jugend rettet«. »Die Zeit bei Jugend rettet hat mich sehr geprägt. Ich war erst 19 und habe gelernt, dass wenn sich junge Menschen zusammentun – wir waren damals ein zehnköpfiges Team unter 25-Jährigen – sehr viel erreichen können. Mir war klar, dass es einige Hürden bei der Rettungsaktion geben würde, aber der Zusammenhalt in der Gruppe war stärker. Man muss sich einfach zusammentun, so kann man Hindernisse überwinden und selbst viel in der Welt bewegen«. Und das hat Jakob in seinen jungen Jahren allemal. Nun bricht er nach »Jugend rettet« mit seiner »Youth Matters« Crew auf zu neuen Ufern: Man muss sich die EHRENORTE vorstellen wie ein Café, wo es die Möglichkeit gibt, Zeit zu verbringen. Sie sollen bewusst keine schnellen To-Go-Läden sein, weil sich das Konzept von »Youth Matters« auf die Themen Zusammenhalt und Community konzentriert. Und dafür braucht es ein ansprechendes und einladendes Umfeld, wo man gerne Zeit verbringt. Das Team in den Cafés wird von der Organisation selbst zusammengestellt. »Das wird natürlich ein Team sein, das eine pädagogische Vorerfahrung hat. Ansonsten sind die EHRENORTE offen für alle«, betont Jakob. Insgesamt soll es zu Beginn erst einmal sechs solcher EHRENORTE in ganz Deutschland geben – in Kiel, Kassel, Jena, Münster und Darmstadt. Die Anzahl sei jedoch ausbaufähig. Großstädte wie Berlin werden nicht angestrebt. Dort gäbe es meist ein großes Angebot an sozialen Projekten. Darmstadt wird hingegen neben Münster eine entscheidende Rolle spielen: »Eine dieser beiden Städte wird die Ehre haben, ein Pilot-EHRENORT zu werden. Ist dieser erst einmal durchgeplant und umgesetzt, können die folgenden gut durch skaliert werden«, so Jakob. Die Planung in Münster und Darmstadt sei bereits im vollen Gange. »Bis Ende 2028 wollen wir alle EHRENORTE aufgebaut haben. Uns ist dabei wichtig, dass wir eine Ost-West-Verteilung haben. Die Stadt, die wir nach Münster und Darmstadt im Blick haben, ist Jena. In Münster und Darmstadt läuft die lokale Vernetzung seit zwei Monaten. In Münster haben wir schon viel positives Feedback bekommen. Die Stadt unterstützt unser Vorhaben aktiv und die ersten Termine stehen an. Wir legen großen Wert auf Kooperationen mit der Stadt, Organisationen sowie der Bevölkerung vor Ort. Und das soll jetzt eben in Darmstadt auch passieren«, freut sich Jakob. Wo der sechste EHRENORT entstehen soll, bleibt noch geheim. FRIZZmag ist gespannt und wird im Frühjahr 2026 nochmal über den neuesten Stand von »Youth Matters« und den »Jugend rettet« Film berichten.
Augen auf und Spendierhosen an! »Youth Matters« sucht nach einer passenden Fläche für den Darmstädter EHRENORT, in der Innenstadt, bevorzugt im Martins- oder Johannesviertel mit einer Nutzfläche für ein Cafébetrieb von circa 40 bis 80 qm. Falls euch eine geeignete Location einfällt, meldet euch bitte bei der Organisation. Für die Errichtung des Ortes und den einjährigen Betrieb werden insgesamt 80.000 Euro benötigt. 20.000 Euro Spendengelder wurden in Darmstadt bereits gesammelt. »Youth Matters« freut sich über eure Unterstützung! Youth Matters gUG, Dänenstr. 5, 10439 Berlin E-Mail: post@youth-matters.org WEBSEITE
SPENDENKONTO Empfänger: Youth Matters gUG IBAN: DE36430609671345185500 BIC: GENODEM1GLS Bank: GLS Gemeinschaftsbank Bochum
