Advertorial Steigende Mieten, volle Straßen, hohe Energiekosten – viele Menschen erleben Darmstadt im Alltag als anstrengend. Gleichzeitig wächst die Stadt weiter und steht vor der Aufgabe, wirtschaftliche Stärke, soziale Sicherheit und Klimaschutz zusammenzubringen. Im Gespräch mit FRIZZmag erklären Eva Bredow-Cordier und Heiko Depner von den Grünen Darmstadt, warum für sie eine funktionierende Stadt alles zusammendenken muss: bezahlbares Wohnen, eine starke und nachhaltige Wirtschaft, verlässliche Mobilität und echten Zusammenhalt. FRIZZmag: Eva und Heiko, viele Menschen haben das Gefühl: Das Leben in Darmstadt wird anstrengender – teurer, dichter, komplizierter. Was ist Euer Ansatz für diese Stadt? Heiko Depner: Ich glaube, viele spüren gerade eine Mischung aus Druck und Unsicherheit. Deshalb ist für uns entscheidend: Darmstadt muss funktionieren. Im Alltag, im Miteinander und in der Perspektive nach vorne. Wir wollen eine Stadt, in der man gut leben und gut arbeiten kann – heute und in zehn, zwanzig Jahren. Dafür braucht es Zusammenhalt, kluge Entscheidungen bei Klima und Stadtentwicklung und eine Wirtschaft, die stark ist, um all das zu tragen. Denn nur wenn diese drei Dinge zusammen gedacht werden, bleibt Darmstadt lebenswert, bezahlbar und handlungsfähig. Was bedeutet das für die Menschenganz konkret? Eva Bredow-Cordier: Es bedeutet vor allem: Niemand darf abgehängt werden. Wenn Wohnen unbezahlbar wird, wenn Betreuung nicht verlässlich ist oder Wege unsicher sind, dann verlieren Menschen Vertrauen. Gute Sozial- und Wirtschaftspolitik sorgt dafür, dass Menschen hier Chancen und Perspektiven haben. Das ist kein Extra, das ist die Grundlage einer funktionierenden Stadt und der beste Schutz für unsere Demokratie. Wohnen ist für viele das drängendste Thema. Was wollt Ihr ändern? Eva Bredow-Cordier: Die zentrale Frage ist doch: Können sich Menschen, die hier arbeiten, diese Stadt noch leisten? Wir sagen klar: Darmstadt darf keine Stadt nur für wenige werden. Deshalb baut die Stadt selbst viele Wohnungen und sorgt mit festen Quoten für Sozialwohnungen dafür, dass bei neuen Projekten ein fester Anteil bezahlbar bleibt. Das stabilisiert Mieten und verhindert, dass ganze Gruppen verdrängt werden – und es sorgt dafür, dass diese Stadt auch als Arbeits- und Lebensort funktioniert. Die Wahrheit ist, dass wir in Darmstadt nicht die schwierigen Umstände ändern können. Aber wir können das Beste daraus machen. Heiko Depner: Wohnen ist auch eine Standortfrage. Wenn Fachkräfte keine Wohnung finden, verliert die Stadt wirtschaftlich an Kraft. Deshalb gehört eine aktive Wohnungspolitik zu einer verantwortungsvollen Stadtentwicklung. Viele erleben die Stadt auch im täglichen Verkehr als stressig. Wie soll Mobilität besser werden? Heiko Depner: Mobilität entscheidet darüber, wie gut der Alltag funktioniert: schneller ankommen, sicher unterwegs sein, weniger Stress. Dafür investieren wir in Bus und Bahn, sichere Rad- und Fußwege und eine bessere Abstimmung im Verkehr. Wenn mehr Menschen gut ohne Auto unterwegs sein können, profitieren am Ende alle – auch diejenigen, die weiter aufs Auto angewiesen sind. Eva Bredow-Cordier: Gerade für Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit Einschränkungen geht es auch um Sicherheit. Gute Mobilität heißt: sichere Schul- und Radwege, barrierefreie Haltestellen, gut beleuchtete Wege. Das ist Lebensqualität, ganz konkret. Heiko Depner: Und eins müssen wir uns bewusst machen: in einer gewachsenen Stadt haben wir erste Schritte gemacht, aber es gibt viele Lücken im Netz der Rad- und Fußwege. Wenn wir diese nicht schließen, wächst der Frust bei allen. Und natürlich greifen sich ebenso Autofahrer an den Kopf, wenn eine Ampelschaltung nicht passt oder jahrelang Provisorien auf den Straßen stehen und Projekte nicht abgeschlossen werden. Begriffe wie »Mobilitätsfrieden« helfen wenig, wenn Probleme im Alltag nicht gelöst werden. Viele Menschen sorgen sich wegen steigenden Kosten – bei Energie, Wohnen, Mobilität. Wo entlastet Eure Politik? Eva Bredow-Cordier: Entlastung beginnt dort, wo die Fixkosten drücken. Bezahlbares Wohnen ist das eine. Das andere sind Nebenkosten. Wenn Häuser gut gedämmt sind und mit erneuerbarer Energie versorgt werden, bleiben die Heizkosten stabiler. Das schützt besonders Haushalte mit wenig Spielraum. Und so wird Klimaschutz auch sozialpolitisch sinnvoll. Da greifen zum Beispiel ganz konkret unsere Förderprogramme für Photovoltaik und den Tausch von Elektrogeräten. Heiko Depner: Gleichzeitig ist das eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Nachhaltige Energieversorgung macht uns unabhängiger von Krisen und gibt Planungssicherheit. Klimaschutz ist kein Verzichtsprojekt, sondern eine Frage von Stabilität, Vorsorge und Zukunftsfähigkeit.
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Bildung und Betreuung sind für viele Familien entscheidend. Wo setzt Ihr an? Eva Bredow-Cordier: Eltern müssen ihren Alltag planen können. Deshalb ist verlässliche Kinderbetreuung für uns zentral. Gegen Fachkräftemangel hilft auch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für Frauen ist das immens wichtig: Kinderkriegen reduziert im Durchschnitt das Einkommen von Frauen noch Jahre später um 30.000 Euro. Kinderbetreuung ist daher auch ein wichtiger Schlüssel gegen Altersarmut, die vor allem Frauen trifft, gerade auch Alleinerziehende. Wir bauen Kitas weiter aus und investieren in Qualität. Zusätzlich braucht es eine Fachkräfteoffensive vom Land, damit Ausfälle seltener werden. In Schulen geht es um gute Gebäude, moderne Ausstattung und Ganztagsangebote. Das sorgt dafür, dass Kinder gute Startchancen haben – unabhängig vom Elternhaus. Und es entscheidet darüber, ob Eltern arbeiten können und Fachkräfte in Darmstadt bleiben. Heiko Depner: In den letzten Jahren haben wir viel aufgeholt. Ich erinnere an die Demos vor 15 Jahren »ein Kind, ein Platz« – die Betreuung war nicht mal annähernd sichergestellt. Aber wir sind längst nicht am Ziel und müssen trotz angespannter Haushaltslage den Fokus darauf halten, dass Kinder und Jugendliche in KiTas und Schulen die besten Orte vorfinden, um zu wachsen und zu lernen. Darmstadt nennt sich Wissenschaftsstadt. Was haben die Menschen konkret davon? Heiko Depner: Wissenschaft ist kein Selbstzweck. Sie bringt gute Arbeitsplätze, innovative Unternehmen und Lösungen für reale Probleme – etwa bei Energie, Mobilität oder Digitalisierung, zum Beispiel bei effizienteren Wärmenetzen oder smarter Verkehrssteuerung. Unser Anspruch ist, dass diese Wertschöpfung hierbleibt. Dass Menschen hier arbeiten, hier wohnen und hier ihre Zukunft aufbauen. Wirtschaft klingt für manche abstrakt. Was ist unsere Stärke in Darmstadt? Heiko Depner: Wir haben die Talente bereits vor Ort und als Grüne unter anderem ein hervorragendes Ökosystem für Startups geflochten. Der ehemalige Oberbürgermeister Jochen Partsch hat mit der Industrie- und Handelskammer ein Zentrum für Gründungen geschaffen: das HUB31. Auf 6.000 m2 wachsen rund 60 Startups und profitieren von diesem deutschlandweit einzigartigen Zusammenschluss. Eine starke Wirtschaft ist das Rückgrat der Stadt – sie ermöglicht gute Schulen, Kultur, soziale Angebote und eine funktionierende Infrastruktur. Entscheidend ist dabei: Wachstum muss klug gestaltet sein – nachhaltig, sozial und langfristig tragfähig. Die Innenstadt verändert sich stark. Viele Läden stehen leer. Was ist Eure Antwort darauf? Eva Bredow-Cordier: Eine Innenstadt lebt nicht nur vom Einkaufen. Sie lebt davon, dass Menschen sich dort gerne aufhalten. Deshalb wollen wir Leerstände weiter für neue Nutzungen öffnen – für kleine Läden, Gastronomie, Kultur oder soziale Initiativen. Mehr Grün, Sitzgelegenheiten und saubere öffentliche Räume ohne Konsumzwang. Plätze für Begegnungen machen die Innenstadt wieder zu einem Treffpunkt. Heiko Depner: Und große Gebäude wie der Kaufhof müssen neu gedacht werden. Eine Mischung aus Handel, Dienstleistungen, medizinischer Versorgung oder Bildungsangeboten kann dauerhaft Leben in die Innenstadt bringen. Die Stadt kann und sollte solche Entwicklungen aktiv steuern, denn Innenstadtentwicklung ist eine öffentliche Aufgabe, keine reine Marktfrage. Da ist Luft nach oben, aber der Marktpreis der Immobilie ist aktuell noch sehr hoch – deshalb bewegt sich dort bislang wenig.
©Adrian Noltemeier
Viele Menschen sprechen auch über Zusammenhalt – oder den Verlust davon. Wie seht Ihr das? Eva Bredow-Cordier: Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen sich begegnen. In Vereinen, in Kultur, in Stadtteilen. Deshalb ist es wichtig, diese Orte zu stärken. In Vereinen entsteht ein Miteinander. Kultur ist kein Luxus, sie bringt Menschen zusammen und macht Demokratie erlebbar. Eine Stadt funktioniert nur, wenn man sich als Teil eines Ganzen versteht und wenn wir menschlich miteinander umgehen. Genau das wollen wir fördern – durch lebendige Quartiere, offene Orte und eine Politik, die nicht spaltet, sondern verbindet. Zum Schluss: Warum sollten die Menschen in Darmstadt Euch ihre Stimme geben? Eva Bredow-Cordier: Weil wir Darmstadt als Ganzes im Blick haben. Wir spielen Interessen nicht gegeneinander aus, sondern versuchen sie zusammenzubringen. Soziales, Wirtschaft und Nachhaltigkeit sind keine Gegensätze, sondern gehören untrennbar zusammen. Heiko Depner: Wir übernehmen Verantwortung und verhandeln mit anderen Parteien Lösungen. Eine Zersplitterung der Parteienlandschaft macht das schwerer. Kompromisse in Koalitionen sind manchmal hart – auch für uns. Aber genau darum geht es in der Demokratie: nicht das Trennende suchen, sondern das Verbindende. Diese Stadt zusammenhalten, auch wenn es kompliziert wird. Vielen Dank für das Gespräch.
